Wetterau | Beitrag der Redaktion | 29. September 2026
Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute: Wetterau mit dem Rad

Ein Meer aus Blüten im Frühjahr, saftige Äpfel im Spätsommer und dazu der Duft von frisch gepresstem Apfelwein im Herbst – die Wetterau ist ein wahres Paradies für alle, die das Landleben und authentische Genüsse lieben. Deshalb führt hier auch die Apfelwein- und Obstwiesenroute durch. Wenn ihr denkt, Obstwiesen wären nur ein netter Anblick am Wegesrand, dann lasst euch überraschen! Diese vom Menschen geschaffenen Biotope sind in Mitteleuropa die artenreichsten Lebensräume überhaupt. In der Wetterau hat der Obstanbau schon vor Jahrhunderten den Weinbau abgelöst und eine einzigartige Landschaft geformt, die von hochstämmigen Bäumen und einer unglaublichen Sortenvielfalt geprägt ist.

Damit dieses Natur- und Kulturgut erhalten bleibt und wir es alle hautnah erleben können, haben sich über 100 Betriebe zusammengeschlossen: Gastronomen, Direktvermarkter, Museen und Naturschutzvereine. Gemeinsam bilden sie die Apfelwein- und Obstwiesenroute in der Wetterau. Mit acht verschiedenen Rundrouten laden sie euch ein, die Region aus einer ganz neuen Perspektive zu entdecken. Ab auf eure Räder… und begleitet uns in der Wetterau auf der Apfelwein- und Obstwiesenroute – durch blühende Landschaften, zu regionalen Köstlichkeiten und spannenden Geschichten.


Route 1: Das Tor zum Vogelsberg

Die erste Route führt euch abseits der Hauptstraßen durch die Ortsteile von Nidda. Am besten startet ihr am Bürgerhaus oder am Bahnhof Nidda, der eine bequeme Anreise mit dem Zug möglich macht. Wenn ihr die Tour gegen den Uhrzeigersinn fahrt, geht’s erstmal flott auf der Niddaroute nach Ober-Schmitten. Von hier aus wartet ein kleiner Anstieg, der euch mit einer weiten Aussicht belohnt. Im idyllischen Tal der Ulfa könnt ihr auf einem Baum-Lehrpfad Spannendes über die Bäume der Region lernen.

Danach geht es auf tollen Radwegen weiter über Harb und Borsdorf nach Ober-Widdersheim. Hier könnt ihr eine Pause auf dem Streuobstwiesen-Pfad einlegen. Wenn ihr mögt, macht einen Abstecher zum Steinbruch Unter-Widdersheim, um die vulkanische Vergangenheit der Gegend zu erkunden. Durch den Berstädter Wald geht es schließlich nach Bad Salzhausen, wo die salzhaltige Luft des Gradierbaus zur Erholung einlädt. Von hier ist es nicht mehr weit zurück nach Nidda.

Strecke: 31,8 km/ ca. 3,25h


Route 2: Höhenroute zwischen Niddatal und Niddertal

Diese Tour ist etwas hügeliger, aber die atemberaubenden Aussichten machen jede Anstrengung wett. Start ist am Stadtrand von Nidda, wo ihr zunächst die Talaue der Nidda genießt. Hier im Talgrund verläuft die gut ausgebaute Niddaroute durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Im Frühjahr leuchten hier überall die Obstbaumblüten. In Ranstadt lohnt sich ein Blick auf das alte Hofgut.

Ein sanfter Anstieg führt euch durch das Tal des Laisbachs, vorbei an dichten Hecken und Obstwiesen. Der höchste Punkt der Strecke ist in Ortenberg-Eckhartsborn, wo euch ein Fernblick über die Wetterau, den Vogelsberg und das Niddertal erwartet. Wenn ihr zurück nach Nidda fahrt, gibt es kurz vor der Stadt noch einen tollen Aussichtspunkt, von dem aus ihr bis nach Frankfurt und zum Taunus blicken könnt. Eine rasante Abfahrt bringt euch zurück zum Startpunkt.

Strecke: 21,5 km / ca. 2h


Route 3: Schlösser, Hügel und ein See

Diese Route beginnt an der Haltestelle Hirzenhain. Sie führt euch zunächst nach Steinberg, wo es eine beeindruckende Weidenkirche zu sehen gibt. Von dort geht es weiter zum Gederner See. Hier habt ihr im Sommer die Möglichkeit, euch auf dem Campingplatz auszuruhen, zu schwimmen oder Minigolf zu spielen.

Über den Berg geht es nach Gedern. Nach einem kurzen Blick auf die Kirche erreicht ihr das Gederner Schloss mit seinem Museum. Danach fahrt ihr ein Stück auf dem Vulkanradweg, der euch über Ober-Seemen und Schönhausen nach Wenings bringt. Ein kurzes Waldstück und ein Abzweig führen euch dann zum Märchenland Merkenfritz, wo ihr wieder auf den Vulkanradweg trefft und zurück nach Hirzenhain gelangt.

Strecke: 25 km / ca. 2,5h


Route 4: Höhentour und Ortenberg

Die vierte Route startet am Bahnhof Stockheim. Nach der Überquerung der Gleise radelt ihr in Richtung Bleichenbach. Von dort geht es bergauf zum Hof Breitenheide und hinunter nach Lißberg, wo ihr den Vulkanradweg erreicht. Folgt ihm bis Eckartsborn.

Durch Eckartsborn fahrt ihr zum Oberdorf, wo die Höhentour auf die Laisbachroute trifft. Folgt der Beschilderung „Stockheim“ und fahrt auf dem Höhenweg weiter, bis ihr nach Wippenbach abbiegt. Am Waldrand geht es in Richtung Konradsdorf und dann nach Ortenberg, wo ihr am Vulkanradweg in Selters wieder ankommt. Dieser führt euch zurück nach Stockheim.

Strecke: 25 km / ca. 2,5h


Route 5: Nidder-, Bleichenbach und Seemenbach-Tour

Auf dieser Route startet am Bahnhof Stockheim und ihr fahrt dann in Richtung Bleichenbach. Von dort geht es nach Aulendiebach und Büches. Ein kurzer Abstecher zur mittelalterlichen Altstadt von Büdingen lohnt sich auf jeden Fall. Weiter geht die Rundroute über Düdelsheim und Hainchen bis nach Limeshain-Rommelhausen, wo ihr den legendären Limes erreicht.

Die Tour führt weiter über Oberau und Höchst nach Altenstadt und dann bergauf zum Winterberg. Ihr radelt über Rodenbach und Lindheim, bevor euch der Vulkanradweg zurück zum Bahnhof in Glauburg-Stockheim bringt.

Strecke: 42km / ca. 4,5h


Route 6: Eine Burg, eine Perle und viele Rosen

Beginnend am Bahnhof Bad Nauheim, führt diese Route zum Sprudelhof. Ihr passiert die Altstadt und am Marktplatz vorbei, bevor ihr über das Eisstadion und den Golfplatz nach Nieder-Mörlen kommt. Weiter geht es nach Ober-Mörlen, von wo aus ein Anstieg zum Galgenberg und zur Weinstraße mit ihrer Speierlingallee folgt.

Durch den Ort Ostheim führt der Weg nach Nieder-Weisel und dann in die schöne Altstadt von Butzbach. Die Route geht weiter nach Gambach und auf asphaltierten Wegen hinauf zur Burg Münzenberg. Von dort fahrt ihr auf dem R6 hinab nach Rockenberg und dann entlang der Wetter nach Steinfurth, dem Ort, der ganz im Zeichen der Rosen steht. Schließlich erreicht ihr über Wisselsheim, Rödgen und Schwalheim wieder den Ausgangspunkt. Eine Erweiterungsschleife dieser Tour ist die Route 6 plus.

Strecke: 43 km / ca. 4h


Route 7: Wetterauer Mitte

Diese Tour startet direkt am Bahnhof Friedberg. Der Weg führt entlang der Usa nach Ossenheim und Bruchenbrücken. Hier trefft ihr auf den Niddauferweg R4. Ihr folgt ihm, bevor die Route nach Nieder-Wöllstadt abbiegt und über die Bahnlinie und die B3 nach Ober-Wöllstadt führt.

Die Tour verläuft weiter auf Wirtschaftswegen, vorbei am Rosbacher Brunnen, nach Nieder-Rosbach und Ober-Rosbach. Sie geht am Golfplatz von Ockstadt vorbei und dann hinab in den Ort. Entlang des „Äppelwoi“-Wegs kehrt ihr schließlich nach Friedberg zurück.

Strecke: 34 km / ca. 3h

Route 8: Goldenes Tor zur Wetterau

Beginnend am S-Bahnhof Bad Vilbel Süd, führt die Strecke durch die Innenstadt und die Wiesengasse zum Uferweg der Nidda. Von dort aus könnt ihr die Tour in beide Richtungen fahren. Folgt der Apfelwein- und Obstwiesenroute nach Massenheim mit seinem historischen Ortskern. Über den „Apfelkreisel“ geht es weiter nach Nieder-Erlenbach und Petterweil.

Ihr radelt entlang des Riedgrabens durch Obstwiesen und überquert die B3 und die Bahnlinie. Vorbei an der Kelterei Rapps erreicht ihr die Nidda. Die Route führt durch Groß-Karben und Rendel. Über Gronau geht es schließlich über offene Felder mit tollen Ausblicken und durch Streuobstwiesen zurück nach Bad Vilbel.

Strecke: 29 km / ca. 3h


Euer Abenteuer in der Wetterau wartet

Egal, welche Route ihr wählt, die Apfelwein- und Obstwiesenroute in der Wetterau ist mehr als nur eine Radtour. Sie ist eine Einladung, die Natur, die kulinarischen Genüsse und die Geschichten einer einzigartigen Region kennenzulernen. Die Routen führen zu charmanten Höfen, urigen Gasthäusern und kleinen Museen. Ihr könnt saisonale Feste wie Erntedank- und Apfelfeste besuchen oder bei einer Keltervorführung zusehen. Ab auf eure Räder und macht euch auf den Weg, diese faszinierende Landschaft zu erleben!

Vielleicht möchtet ihr ja mal etwas ganz anderes erleben? Klickt hier!